Aktionen, Handlungen, Wanderungen, Skizzen und Fragmente . 2023 bis XXXX
Jägerstand (Ein Drama) "Der Wolf und die sieben Geißlein". September 2002 bis Juli 2023
Ein Film aus dem Jahre 2008. Der dazu gehörige Text stammt aus dem Jahr 2003, kongenial eingelesen von Norbert Fischer. Ich habe ihn zwanzig Jahre zurück gehalten und mich nun zu einer unkorrigierten Veröffentlichung entschlossen.
Hunderte Wanderungen über die Schwäbische Alb haben mich in meinen Betrachtungen über die hiesige Kultur geprägt. In dieser Zeit bin ich an unzähligen Jägerständen vorbei gekommen und habe in den letzten fünfzehn Jahren damit begonnen, diese zu fotografieren. Mittlerweile sind ca. 2000 Aufnahmen von diesen Objekten entstanden. Eine autonome, fotografische Serie. Der Film ist ein bewegtes Standbild von einem dieser Objekte, der Filmtitel "Jägerstand" ist dadurch obligatorisch.
Der Text ist ein Befund über unsere "Heimat", über deutsche Vergangen- und Eigenheiten, über unverändert gebliebene kulturelle, politische Aspekte und Realitäten.
Er ist ein Solo-Sprechstück, ein Theaterstück, für eine Person, ein “Drama” das sich insbesondere mit deutschen Begriffen und Denkmustern auseinandersetzt.
Gegenwärtig wäre einiges zu ergänzen, zu aktualisieren, ich möchte allerdings in Hinsicht auf meine Inhalte bezüglich der vergangenen Jahrzehnte nichts revidieren. Ich sehe ihn als Inszenierung auch unserer aktuellen politischen Landschaft. Wenig hat sich verändert.
Der Text wurde für mich zu einer Auseinandersetzung mit unserer deutschen Kultur, der deutschen Geschichte, unserer "Heimat", zu meiner eigenen Vergangenheit, zu einem zwei Jahrzehnte andauerndem Weg und somit zu einer Aktion, zu einer weiteren "Wanderung", auch durch unsere “Werte”. Ich lasse ihn mit allen offenen Fragen, Inhalten, Differenzen und möglichen Konfrontationen so stehen.
Buch 1 bis 5 (300 Zeichnungen) . September 2022 bis Januar 2023
In den Monaten Oktober bis Ende Dezember 2022 entstanden ca. 300 Zeichnungen, verteilt auf fünf Serien, in den unter-schiedlichsten grafischen Techniken und Stilen.
Fast täglich zeichnete ich den Ausblick aus dem Küchenfenster, die Serie "Garten". Eine zweite Serie, "Landschaften" entstand aus der Erinnerung an Wanderungen mit K. J. in diesem Jahr. Die dritte Serie, ebenso Landschaften, tituliere ich als "Politische Landschaften" in Bezug auf den Krieg in der Ukraine. Die vierte Serie setzt sich mit dem Begriff "Starlink" in Verbindung mit "Alten Meistern" auseinander. Die fünfte Serie mit dem Titel „Lichterloh“ teilt sich in brennende Landschaften der Ukraine und des Amazonas-Gebietes.
Ich zeichnete über den gesamten Zeitraum mehrmals täglich. Durch diese Kontinuität geriet die Tätigkeit des Zeichnens zu einer während dieser drei Monate andauernden Anstrengung, zur Aktion, die ein hohes Maß an Ausdauer, Konzentration und Disziplin voraussetzte und damit zur Meditation wurde.
Mit einer Gerätschaft meines Großvaters, das er in den 50ziger bis 60ziger Jahren entworfen und realisiert hatte und dieses mutmaßlich zur Planie von flächig ausgebrachtem Rasensamen benutzt hatte, begehe ich eine spontan gewählte Strecke auf einer verschneiten Wiese und erzeuge mit dem am Holzwerkzeug anhaftenden Schnee eine freie Wiesen-fläche, eine geometrische Form, so wie er es damals mit seinen Rasenflächen, meiner Erinnerung nach, auch getan hat.
Das Werkzeug könnte der „arte povera“ entstammen. Die relativen, durch die statische Situation entstandenen, gestelzten Bewegungsabläufe ähneln einer dadaistischen Aufführung oder einer Darbietung des „Fluxus". Sie erinnern mich auch an die extraterritorialen Bewegungen der ersten Menschen auf dem Mond.
”Flora Incognita” (App) . “Unbekannte Pflanze”, Film 01 und 02 . März 2022 bis Dezember 2023
Bei vielen Wanderungen über den Verlauf der Vegetationsperiode 2022, fotografierte ich mit der App "Flora incognita", der Titel des Filmes, 552 Pflanzen, die ich in einer Art Tagebuch, in einer Liste archivierte. So wie sich die Landschaften wiederholten, so wiederholten sich die Pflanzennamen auf unseren Wanderungen. Die meisten Pflanzen erkannte die App, die KI, manche auch nicht. So wurden sie des öfteren zum "Unbekannten Kraut", zum "Unbekannten Gras", oder zur "Unbekannten Pflanze". An deren Stelle, so meine Vorstellung, könnten fiktive Pflanzennamen analog erdacht, oder durch die KI neu entworfen, modifiziert und durch sie in die "Liste" eingefügt und im Internet als "real", mit völlig neuem Aussehen, Merkmalen und Inhaltsstoffen, als ein erfundenes "Original" veröffentlicht werden. Was eine KI aus den Begrifflichkeiten machen würde und vielleicht könnte, bleibt spekulativ. Vielleicht würden mögliche Modifizierungen zu floralen Avataren und damit zu “neuen”, außerhalb der Evolution stattfindenden Pflanzen, Exponaten und Begrifflichkeiten.
Die beiden Fotografien wurden zu einem Bühnenbild (Film 01 und 02). Sie stammen von Kathleen Jahn. Die analoge Fotografie einer Person mit Hilfe einer App Pflanzen “sammelnd” und diese durch einen “Display” betrachtend, symbolisiert unsere gegenwärtige Wahrnehmung der Natur und unsere romantisierende Illusion über diese.
”Flora Incognita” (App) . “Unbekannte Pflanze”, Film 03 und 04 . August 2023 bis Januar 2024
KI "Flora incognita" (App) KI "Speechgen.io (App)
Eine weiterere Ebene (Film 03) beschäftigt sich zum einen mit der menschlichen Stimme, zum anderen mit einer KI generierten Stimme. (Speechgen.io von einer KI "Elke") Die analoge Stimme wurde exemplarisch von Norbert Fischer gesprochen. Ich entschloss mich, die Tonspur unkorrigiert zu verwenden, obwohl dies ursprünglich nicht im Sinne des Sprechers war. Dadurch wird diese, seine Stimme, diese Tonspur zu einer Wanderung durch die Natur mit all ihren Brüchen, Unwägbarkeiten, möglichen Fallen und Brüchen. Der menschlichen, Stimme stellte ich eine von einer KI erzeugten humanoiden Stimme gegenüber, eine digital erzeugte Stimme, die auch noch voller stolpernder Ausdrucksfehler ist. Diese beiden Ebenen sind konträr, die Ebene der KI beschreibt eine definitiv technische, logistische Weise der Naturbetrachtung. Die Lesung der Liste, die Aufreihung der Pflanzen, durch einen Vertreter des "Homo Sapiens" und einer "Künstlichen Intelligenz" wird somit zu völlig gegensätzlichen Monologen und zu einer Auseinandersetzung zwischen Analog und Digital.
KI "Flora incognita" (App) KI "Speechgen.io (App) KI "ChapGPT" (App)
Ein Aspekt ist, die KI "ChapGPT" die seit Anfang 2023 für Diskussionen sorgt, zu "ergründen", zu erfragen und zu “verstehen”. (Film 04) Nur nächtens zwischen 00.30 Uhr und 05.30 Uhr war es möglich, Kontakt mit "ihr" aufzunehmen. Ich "quälte" die KI mit meinen Fragen nach den Kräutern und Pflanzen Süddeutschlands, eine einfache Frage. Für eine komplette Liste hat sie sich verweigert und "entschuldigt". Ich hätte diese Liste schneller durch ein analoges Lexika vorliegen gehabt. Nach vielen Anfragen spuckte die KI 56 Pflanzennamen aus, dafür waren sechs Stunden und viele Fragen meinerseits notwendig. Die "Kommunikation" mit "ChapGPT" lasse ich von "Vivia plus", aus "Speechgen.io" "sprechen". Parallel spricht Norbert Fischer, die von "ChapGPT" genannten 56 Pflanzen analog in ein altes "Sennheiser" Mikrofon.
Für diesen Film setzte ich drei aktuelle KI Programme ein und bat einen menschlichen Sprecher um seinen Beitrag. Ich stelle die digitale "Sprache" von "Vivia plus" (Speechgen.io) der Sprache und Artikulation des "Homo Sapiens" gegenüber und ziehe die analoge Darbietung absolut vor.
Buch 6 bis 9 (Zeichnungen 300 bis 580) . Januar bis Mai 2023 (Die Filme entstanden von Mai 23 bis Januar 24)
In den Monaten Januar bis Ende Mai 2023 entstanden weitere ca. 280 Zeichnungen, zwei Doppel-Serien, in den unter-schiedlichsten grafischen Techniken und Stilen.
Die Reihe "Graphische Partituren", entstand durch viele Gespräche mit K.J., bezüglich der Thematik “Künstlerische Dar-stellung angeregt durch die Musik”. Die beiden Bücher befinden sich in ihrem Besitz. Die zweite Serie, "Dabedere" diente als Grundlage, als “Bühnenbild” für einen Film von N.F.
Ich zeichnete über den gesamten Zeitraum täglich. Durch diese Kontinuität geriet die Tätigkeit des Zeichnens zu einer während dieser fünf Monate andauernden Anstrengung, zur Aktion, die wieder ein hohes Maß an Ausdauer, Konzentration und Disziplin voraussetzte und damit zur Meditation wurde
”Die deutsche Sprache ist wie ein Maschinengewehr” (Eine Liste) . August 2023 bis April 2024
Mais (Zea mays), in Teilen Österreichs und Altbayern auch “Kukuruz” (aus dem Slawischen), in der Schweiz, Tirol und Kärnten auch “Türken” genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Süßgräser (Poaceae). Das Getreide stammt ursprünglich aus Mexiko. (Q: wi)
Episode eins: „Die deutsche Sprache ist wie ein Maschinengewehr“. Dieser Satz, unvermittelt an mich damals noch jungen deutschen Staatsangehörigen gerichtet, es muss 1982 gewesen sein, dieser Satz ausgesprochen von einer alten Spanierin, in San Sebastian (Donostia), einer Großmutter, vielleicht Witwe, die wohl den deutschen Angriff auf Spanien 1937 erlebt hatte, prägte sich mir unauslöschlich ein. Am Tisch war es plötzlich totenstill, die Familie schwieg betroffen, es gab Abendessen. Die ganze Geschichte der deutschen Angriffskriege lastete in diesem Moment, durch diesen einen Satz auf meinen alleinigen Schultern und war von mir zu tragen. Ich war der Deutsche, das deutsche Exemplar, schlagartig musste ich deutsch sein, war deutsch, der deutsche Soldat, das deutsche Massaker, der böse Deutsche, das prägt mich bis heute.
Episode zwei: Ein Maisacker, ich renne als Kind hindurch. Die am Rand sehr scharfen, fein gezackten, Sägen ähnlichen Blätter des Maises versahen mein Gesicht und Oberkörper mit hunderten feinen Schnitten, die ich zunächst nicht bemerkte. Erst zuhause, ca. eine Stunde später perlte das Blut langsam und intensiv aus allen diesen Ritzen. Meine Mutter zeigt sich entsetzt.
Buch 10 (Zeichnungen 580 bis 650) . Juni bis Juli 2023 (Der Film entstand im März 2024)
Buch 10: (Landschaften 03) Ansichten aus dem „Weiten Wald“: Spaziergänge durch eine vertraute Landschaft, Wege, die ich über die Jahre in der Nähe meines Wohnortes, beschritten habe. Ich zeichne siebzig Motive entlang dieses Weges, die monoton und austauschbar erscheinen. Es sind Fragmente sich ähnelnder Ansichten, die wir während unserer jahrelangen Spaziergänge auf diesem Weg beiläufig wahrgenommen haben.
Auf diesem Weg wurden viele Gespräche geführt, die in der Zeit verschwanden, manche blieben erhalten in Vorsätzen, Ideen und Zielen, viele verebbten und verschwanden und konnten nicht wieder aufgefunden werden. Manche schon, sie haften an diesem Weg, machen ihn leicht und schwer. Die Wege im „Weiten Wald“ haben mit Zeit zu tun, mit meiner eigenen Lebenszeit. Ich vermute, dass ich diese Wege in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als 1000 Mal durch alle Jahreszeiten begangen habe. Das sind ca. 7700 km Wegstrecke, oder ca. 1900 Stunden Gehzeit. Die Wege begehe ich seit dem Jahr 1993, die Chronik dazu habe ich erst Anfang 2013 in Form einer handschriftlichen Liste begonnen.
Wege . Vier Ansichten aus dem “Weiten Wald” . Bearbeitete Fotografien
Buch 11 und 12 (Zeichnungen 650 bis 790) . Juli bis Oktober 2023 (Die Filme entstanden im April 2024)
Buch 11: Ein Landschaftsbuch (Politische Landschaften 05): Zeichnungen nach fotografischen Vorlagen der in 2015 und 2022 in „Elmau“ stattgefundenen „G7-Gipfeln“. Dabei beteiligte Politiker habe ich bewusst ausgespart und mich auf die umgebende Landschaft konzentriert. Durch ihre Körperhaltung und ihrer Silhouetten bleiben sie jedoch vorwiegend identifizierbar.
Buch 12: „Maria, wo ist Maria“? Ich zeichne dreißig russische Dissidenten*innen und beschäftige mich mit deren Lebens-wegen, die insbesondere durch ihre Kritik am Krieg gegen die Ukraine existenziell verändert wurden. Die Namen und Personen stehen für viele weitere russische Dissidenten, die ihr Land durch das Regime verlassen mussten, ihr Dasein in Gefängnissen und Straflagern verbringen, oder ermordet wurden und die ich für ihren Widerstand und Mut bewundere.
Skizzen, Studien und Artikel
Buch 13 bis 16 (Zeichnungen 790 bis 1090) . Januar bis September 2024 (Filme: Oktober 2024)
Auszüge aus dem Buch: Die Großeltern
Buch 13 bis 16: Heimat-Szenen 01 bis 04
Die Großeltern Der Vater Die Mutter Familie R.
Ich zeichnete Familienfotos. Als Grundlage dieser Zeichnungen dienten analoge Fotografien meiner Familie und einer uns verwandten Familie. Ich überschreibe die vier Bücher mit den Titeln: „Die Großeltern“, „Der Vater“, „Die Mutter“ und „Familie R.“. Ein fünftes Buch mit dem Titel „Der Verein“ ist im Entstehen. Ich verstehe sie als Szenen aus der Heimat. Das verbindende Element der vier Bücher ist das wiederkehrende Abbild des „Weihnachtsbaumes“.
Die Motive sind überzeichnete, colorierte Kopien von Fotografien, die ich als Vorlage aus zerschlissenen Fotoalben auswählte. Zunächst sind die Fotografien Erinnerungen an eine „Heile Welt“, verschüttete Erinnerungen kommen zum Vorschein, Heimat als Kulisse? Durch den Prozess des Zeichnens, bei dem der Faktor Zeit eine bestimmende Rolle spielt, erzwingt dieses Kriterium eine tiefere Wahrnehmung, teils auch eine kritischere Betrachtung erlebter Vergangenheit.
Durch die Vergrößerung, der meist sehr kleinen, oft unkenntlichen Vorlagen entwickeln die Motive eine andere, fast eine erneuerte Identität, sie werden zu einer aktualisierten Realität, so zu einer Neuauflage der Heimat die neu betrachtet und bewertet werden kann.
äpfel lesen II . (Eine landschaftliche Intervention mit Bruno Nagel) . Oktober 2024
Stromlinie II . November 2024
Von der Brigach- zur Bregquelle und von der Breg- zurück zur Brigachquelle, wandere ich auf einer fiktiven Linie.
Beide Quellen sind die Hauptquellen, die Hauptzuflüsse der Donau, sie sind ca. 20 Fußkilometer voneinander entfernt. Der Zusammenfluss beider Quellen andern Ortes, beider Flüsse, kann als hypothetische dritte Quelle gesehen werden.
Die Namen der Orte, der Quellen sind nicht relevant.
Ich begehe den Weg, die Strecke zwei Mal, hin und zurück. Ich entnehme Wasser, aus der ersten Quelle, führe dieses mit mir und entleere es in die andere Quelle. Ich entnehme Wasser aus der zweiten Quelle und führe dieses in die erste Quelle zurück. Die Linie in der Landschaft gewinnt dadurch performativen Charakter.
Durch diesen wechselseitigen Austausch der entnommenen Wasser entsteht eine fiktionale Verbindung beider Orte. Beide Quellen werden somit sinnbildlich zum gleichen Ort, bleiben der gleiche Ort. Ich bewege mich am gleichen Ort, an einem anderen Tag, zu einer anderen Zeit.
Die kürzeste Verbindung beider Quellen, also einer Geraden, entspricht den Geraden einer „Stromlinie“, die eine in der Landschaft abstrakte Gegenbewegung zu unseren über tausende Generationen entstandenen mäandernden, ausufernden Pfaden, Wegen, Plätzen und Orten darstellt. Ich sehe die „Stromlinie“ als eine Form landschaftlicher Abstraktion.
Diese Wanderung ist eine Entsprechung zu einer Tageswanderung über die Schwäbische Alb. Im Jahre 2018 versuchte ich den Linien („Leitung 0303 Donau-Ost“) also den künstlich vorgegebenen Strecken einer Überlandleitung, einer Linie in der Landschaft möglichst exakt zu folgen. Es waren düstere Wanderungen im November, dunkle, schneidende Landschaften..
Fiktionen im Gehen während meiner Zeit entlang der „Stromlinie“:
Ich stelle mir vor, in kubistischer Manier, neue Linien, Formen, Wege und Verbindungen auf Landkarten zu denken.
Ich stelle mir vor, in surrealistischer Manier mit einer Art Horn aus Blech in eines der Quellwasser zu blasen, so würden die Moleküle sich im Wasser vielleicht zu einer neuen „Stromlinie“ bündeln bis hin zur Mündung, zum Delta.
Ich stelle mir vor, in dadaistischer Manier mit einer Art Rohr in das zweite der Quellwasser zu “tröten” um die Wasserfläche aufzuwühlen, so würden die Luftblasen die Wassermoleküle anstoßen und zu einer neuen Verteilung in den Quellen.
Ich stelle mir vor, in futuristischer Manier, ähnlich große Steine, im gleichen Zeitraffer, oder chaotischem Impuls in einen Quellsee fallen zu lassen, so würden die daraus resultierenden Wellen und Strukturen, vielleicht ähnlich dem zitternden Gemälde „Dynamism of a Dog on a Leash“, 1912 von Giacomo Balla.
Україна . Украин . Ukraine (Eine Landschaft ertragend und erleiden müssen ...) 2022 bis Sept. 2025
Tageszeichnungen (Zeichnungen 1090 bis 1240) . Oktober2022 bis XXXX (Stand September 2025)
Je nach Tagesform und Tageszeit zeichne ich seit Oktober 2024 an von mir sogenannten “Tageszeichnungen”, einem Tagebuch ähnlich. Ausgehend von Fotografien täglich erlebter Situationen oder der weltpolitischen Lagen überzeichne ich mit Buntstift A4 Papiere. Die Motive sind meist spontan gewählt. Mittlerweile sind ca. 140 Zeichnungen entstanden, so sind mir diese Zeichnungen zu einem fast täglichen Abendprogramm geworden. Die Serie wird über die Jahre kontinuierlich fortgesetzt
w a l k e n . (Eine landschaftliche Intervention mit Brennnesseln) . September 2025
”Walken ist die wiederkehrende Verformung von elastischen oder plastischen Werkstoffen durch mechanisches Bearbeiten wie Kneten, Drücken oder Ziehen” (Quelle: Wikipedia)
Film: ca. 07 min
K r u m e . (Eine landschaftliche Intervention mit Bruno Nagel 07) . September 2025
Film: ca. 03 min.
T I E R . (Eine Coreografie II) . September 2025
In der Landschaft: Ich verhalte mich möglichst ruhig, warte, bin ohne Bewegung, verbleibe fast in Starre, zeige keinerlei Rührung, ich versuche nicht zu riechen, ich vermeide dass die Sensoren auf mich aufmerksam werden. Ich zeige keinerlei Mimik, Gestik, um die Gesichtserkennung, oder eine mögliche Bewaffnung, eines wilden Tieres, das mich abtastet, das sich anschleicht, das mich betrachtet und durchleuchtet, nicht zu aktivieren. Ich verharre in der Landschaft und bleibe still stehen und denke dabei an die ukrainische Bevölkerung.
Film . ca. 8 min . November bis Januar 2026 . Drohnen-Steuerung: Markus Simon . Schnitt: Norbert Fischer und selbst
Film Stills mit Kugelschreiber überzeichnet . Fiktive Flugbahn einer Drohne
Brrrrüüühhhhd. (Eine akustische Intervention in Landschaft mit Kathleen Jahn 02) . November 2025
Brrrrrüüüüühhhhhd, Brrrrüüüüühhhdhhd, Brrrrüüüühhhhdd, oder Brrrüüüühiid, Brüühd, Brüühd, Brühdd, Püühht, Prihhht, Pritt, Prit, ist ein Wort, ein Begriff, eine “Lautmalerei” das aus einer fremden Sprache, einem neuen Universum entsprungen sein könnte. Tatssächlich entstammt es aus unserer Beziehung, wann und wie es entstand entzieht sich unserer Erinnerung. Der “Begriff” ist, war einfach da, dada, Dada, vorhanden, existierte plötzlich und wird, wurde von uns häufig zu den verschiedensten Situationen angewandt und hat Konstellationen und Erinnerungen geprägt. Brrrüüühhhhd kann nicht übersetzt werden. Vielleicht hat es seinen Ursprung in freudigen Tierlauten, in hellen Obertönen von Chören, im Hören beim Gehen, im Reden beim Gehen, in Ur-Tönen der menschlichen Sprache, die einer bestimmten, ursprünglichen Frequenz unterliegen, dem Summen, dem Zwitschern, Gackern, dem Blubbern, den Tönen von Hörnern, dem Gesang, dem Rhythmus, der Taktung, lange bevor geordnete und bestimmte Artikulation entstand.
“Brrrüüüüüühhhhd” erinnert an die Arbeiten von Beuys, “Jaaaaa, Neeein”, an die Arbeit von John Lennon und Yoko Ono, “John und Yoko”, an “€žAnna Blume” von Kurt Schwitters und einige andere Arbeiten die dem Dadaismus und Fluxus entsprechen.
Der Film entstand spontan gemeinsam mit Kathleen Jahn am 22. November 2025 auf einer Wiese im Schwäbischen Wald, er war unerprobt und er blieb ungeschnitten, ist “Real live”. Lehmige braune Erde, altes rotes Streuobst, die Wiesen von gefallenen Ãpfeln bedeckt, kein weißes Jura, eine launige, schimpfende Amsel und ein Flugzeug spielten mit. Das “Werk” hat keine Noten.
Eine Frage am 14.12.2025 an ChatGPT: “Brrrrrüüüüühhhhhd, Brrrrüüüüühhhdhhd, Brrrrüüüühhhhdd, oder Brrrüüüühiid, Brüühd, Brüühd, Brühdd, Püühht, Prihhht, Pritt, Prit, ist ein Wort, ein Begriff, eine “Lautmalerei”, das aus einer fremden Sprache, einem neuen Universum entsprungen sein könnte. Gibt es eine Übersetzung dazu?”
ChatGPT antwortet: “Danke für das Beispiel. Eine Übersetzung für "Brrrrüüüüüüüühhhhd" etc. gibt es nicht, da es sich um eine Lautmalerei handelt, die in einer neuen, fremden Sprache entstehen könnte. Lautmalerei dient oft dazu, Geräusche, Gefühle oder Stimmungen zu imitieren, statt wörtlich zu übersetzen.
Wenn du willst, können wir eine passende Bedeutung in deiner neuen Sprache festlegen und dazu passende Übersetz-ungen entwickeln. Zum Beispiel:
Bedeutungsidee: ein intensives Brüllen/Seufzen in einem Moment der Überraschung.
Mögliche Übersetzung in der neuen Sprache: ein Wort wie "Brühlth" oder "Rimkrad" (je nach Klangregel deiner Sprache)
Alternative Konzepte: könnte auch als Interjektion auftreten, z.B. als Ausruf der Verwunderung oder des Staunens
Sag mir, welche Stimmung oder Funktion dieses Lautbildes in deiner Welt haben soll, dann erstelle ich dir passende Begriffe, Grammatikregeln und Übersetzungen.”
“Play loud!”
Film: ca. 03 min
Von der Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Beziehung (Ein Objekt) . Februar 2026
Ein Objekt, bestehend aus zwei gegenüber stehenden Ventilatoren, die mit roten Bändern versehen sind. Ich beziehe diese Arbeit in die “Aktionen” mit ein, da eine Beziehung in der Regel eine aktive Aktion, Reaktion und Prozess ist.
Ein Standbild ohne Regieanweisungen: ca. 08 min
Ein Besuch bei Jacob Bräckle und Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch . Juni 2026
Ein Besuch bei Jacob Bräckle, bei seinem ehemaligen Atelier im kleinen Ort Winterreute bei Biberach. Wir unternahmen die Reise zum dritten Mal, nun schon über die Jahre 2014, 2015 und 2016 hinweg, Bruno Nagel und ich. Unsere Oberhemden sollten mit der Farbe der immer geschlossenen Fensterläden und dem Bräckle Himmel korrespondieren. Malewitsch und eine Schwebfliege waren mit dabei.
Unsere spontane Inszenierung am 01. Juni habe ich unkorrigiert belassen.
Film: ca. 06 min
Bräckles Atelierhäuser von 1938 (links) und 1939 (rechts) . Foto: A. Schäfer . 2014
Jacob Bräckle, ”Dunkle Hütten”, Öl / Hartfaser, 51 x 60 cm, 1974 . Ouellen beider Fotografien: Monographie . Jacob Bräckle . 1897 bis 1987
Malewitsch trifft auf Bräckle . Die Neu-Findung des “Schwarzen Quadrates” . Schwarzer Kugelschreiber auf einem Ausdruck der “Dunkle Hütten”